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Vorsätzliches Begehungsdelikt

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Basics

Die Voll­en­dung ei­ner Tat liegt bei voll­stän­di­ger Er­fül­lung ei­nes Tat­be­stands vor. Ein Tat­be­stand ist ty­pi­sier­tes Un­recht. Der ob­jek­ti­ve Tat­be­stand be­schreibt die Tat. Im sub­jek­ti­ven Tat­be­stand wer­den der Vor­satz und even­tu­el­le Ab­sich­ten des Tä­ters ge­prüft. Ein Sach­ver­halt wird un­ter ei­nen Tat­be­stand sub­su­miert.

Der ob­jek­ti­ve Tat­be­stand kann de­skrip­ti­ve und nor­ma­ti­ve Ele­men­te ent­hal­ten. De­skrip­ti­ve Tat­be­stands­merk­ma­le sind be­schrei­bend, nor­ma­ti­ve Tat­be­stands­merk­ma­le sind be­wer­tend. Bei den nor­ma­ti­ven Tat­be­stands­merk­ma­len reicht es aus, dass der Tä­ter in ein­fa­cher Wei­se zu­min­dest den Kern der ju­ris­ti­schen Wer­tung nach­voll­zieht (Pa­ral­lel­wer­tung in der Lai­en­sphä­re)

Wei­tere ob­jek­ti­ve Tat­be­stands­merk­ma­le sind das Vor­lie­gen ei­ner Hand­lung und (bei Er­folgs­de­lik­ten) ei­nes Er­folgs. Hand­lung und Er­folg wer­den durch die Kau­sa­li­tät ver­bun­den.

Ei­ne straf­recht­lich re­le­van­te Hand­lung ist ein mensch­li­ches, äu­ßer­li­ches Ver­hal­ten, das vom Wil­len be­herrscht ist.

Der Tat­er­folg be­zeich­net ei­nen von der Hand­lung ab­grenz­ba­ren Zu­stand bzw. ein Er­eig­nis in der Au­ßen­welt. Bei schlich­ten Tä­tigkeits­de­lik­ten muss ein Tat­er­folg nicht vor­lie­gen. Das Han­deln al­lein ge­nügt hier für den Tat­be­stand.

Nach der con­di­tio-si­ne-qua-non-For­mel ist Ur­säch­lich­keit (Kau­sa­li­tät) ge­ge­ben, wenn eine Hand­lung nicht hin­weg­ge­dacht wer­den kann, ohne dass der Er­folg ent­fie­le. Ob­jek­tiv zu­re­chen­bar ist ein Er­folg je­doch erst dann, wenn die Hand­lung ein recht­lich miss­bil­lig­tes Ri­si­ko ge­schaf­fen hat und sich ge­ra­de die­ses Ri­si­ko im Er­folg ver­wirk­licht.

Im sub­jek­ti­ven Tat­be­stand wird da­nach ge­fragt, wel­che Ein­stel­lung der Tä­ter zum ob­jek­ti­ven Tat­be­stand hat.

Gemäß § 15 StGB ist er­for­der­lich, dass der Tä­ter vorsätzlich han­delt. Es gibt drei For­men des Vor­sat­zes:

Wenn in ei­nem Tat­be­stand von Ab­sich­ten die Re­de ist (Bei­spiel: … um zu), soll oft nur der be­ding­te Vor­satz aus­ge­schlos­sen wer­den. Bei Fremd­schä­di­gungs­ab­sicht reicht in der Re­gel di­rek­ter Vor­satz zwei­ten Gra­des. Bei Selbst­be­güns­ti­gungs­ab­sich­ten ist meist di­rek­ter Vor­satz ers­ten Gra­des er­for­der­lich.

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